Aktuelle Themen

BFH-Urteil: Verlustverrechnung bei gewerblicher Tierzucht (§ 15 Abs. 4 EStG)

BFH Insight - wöchentlich. relevant. präzise.

Das Einkommensteuerrecht kennt zahlreiche „Verlustschedulen“, die den vertikalen Verlustausgleich erschweren und im Extremfall ganz versperren. Die älteste von ihnen betrifft die gewerbliche Tierzucht und Tierhaltung (§ 15 Abs. 4 Satz 1 und 2 EStG). Nachdem das BVerfG die Mindestgewinnbesteuerung gebilligt hat (Beschluss v. 23.7.2025 – 2 BvL 19/14, DStR 2025, 2000), hat der VI. Senat des BFH mit Urteil vom 11.6.2026 (VI R 29/24) auch diese Beschränkung für verfassungsgemäß erklärt – und zwar selbst dann, wenn die Verluste infolge der zeitlichen Streckung des Verlustvortrags endgültig verfallen („Definitiveffekt“). Für die Beratung verlagert sich der Schwerpunkt damit endgültig auf die Qualifikations- und Feststellungsebene.

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Process Mining in der öffentlichen Verwaltung: Datenbasierte Transparenz für wirksame Prozesssteuerung

Digitalisierung im öffentlichen Sektor

Kommunen, Landesbehörden und andere öffentliche Institutionen wickeln ihre Verwaltungsprozesse zunehmend digital über Fachverfahren ab und erzeugen dabei fortlaufend wertvolle Prozessdaten. Process Mining macht diese Datenspuren sichtbar und nutzbar: Diese Methode rekonstruiert automatisiert, wie Bearbeitungsabläufe tatsächlich durchlaufen werden und zeigt Abweichungen zwischen dokumentierten Prozessen und gelebter Praxis auf. Auf Basis von Fall-IDs, Aktivitäten und Zeitstempeln werden Prozessvarianten, Engpässe und Optimierungspotenziale transparent. Gerade Verwaltungen mit begrenzten Ressourcen und komplexen Zuständigkeiten erhalten dadurch eine datenbasierte und nachvollziehbare Grundlage für gezielte Prozessverbesserungen.

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Modernes Anforderungsmanagement im Öffentlichen Sektor: Vom Lastenheft zur Produktvision

Digitalisierung, Agilität und Vergaberecht im Öffentlichen Sektor

Viele Organisationen des öffentlichen Sektors beschreiben ihre IT-Anforderungen bis heute in einem klassischen Lastenheft. Für Vorhaben mit klar umrissenem und im Vorfeld vollständig definierbarem Leistungsumfang ist das weiterhin ein bewährtes Instrument. Sobald jedoch Software iterativ entwickelt oder eingeführt wird und sich fachliche Anforderungen erst im Projektverlauf konkretisieren, stößt auch ein vollständig ausformuliertes Lastenheft an seine Grenzen. Modernes Anforderungsmanagement verschiebt den Schwerpunkt deshalb von der einmaligen und abschließenden Spezifikation hin zu einer nutzerzentrierten Produktvision. Aus dieser lassen sich Anforderungen schrittweise, priorisiert und nachvollziehbar ableiten. So entsteht die notwendige Flexibilität, um komplexe Digitalisierungs- und Softwareprojekte erfolgreich umzusetzen.

Dr. Dennis Renee Metzler
Janek Stave
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Stammdatenmanagement als Erfolgsfaktor der Digitalisierung im Öffentlichen Sektor

Digitalisierung und SAP-Transformation im Öffentlichen Sektor

Digitalisierung, Prozessautomatisierung und ERP-Transformationen eröffnen dem öffentlichen Sektor erhebliche Potenziale für effizientere Verwaltungsleistungen. Ob diese Potenziale tatsächlich realisiert werden können, hängt jedoch maßgeblich von der Qualität der zugrunde liegenden Daten ab. Gerade im öffentlichen Sektor treffen gewachsene IT-Landschaften, heterogene Fachverfahren und unterschiedliche Erfassungslogiken aufeinander. Sind Stammdaten inkonsistent, veraltet oder nicht eindeutig verantwortet, geraten selbst technisch ausgereifte Vorhaben schnell ins Stocken. Stammdatenmanagement entwickelt sich damit vom nachgelagerten Verwaltungsthema zum strategischen Erfolgsfaktor für Digitalisierungs- und ERP-Initiativen. Die Weichen dafür sollten deutlich früher gestellt werden, als es in der Projektpraxis häufig geschieht.

Thomas Koppe
Janek Stave
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Planon Essentials läuft Ende 2026 aus: Was Hochschulen jetzt für die CAFM-Nachfolge vorbereiten müssen

Öffentlicher Sektor | CAFM & Vergabe

Mit dem Ende von Wartung und Gewährleistung für die CAFM-Software Planon Essentials zum 31. Dezember 2026 stehen viele Hochschulen vor einer Entscheidung, die keinen weiteren Aufschub duldet. Das System wurde an zahlreichen Einrichtungen noch unter seinem früheren Namen conjectFM eingeführt. Für betroffene Hochschulen bedeutet das: Sie müssen ein neues Ausschreibungsverfahren durchführen, um eine alternative Softwarelösung am Markt zu evaluieren. Ein europaweites Vergabeverfahren nimmt dabei regelmäßig deutlich mehr als ein halbes Jahr in Anspruch, insbesondere wenn Bieterfragen, interne Abstimmungen oder nachträglich formulierte Anforderungen zu Verzögerungen führen. Die entscheidenden Weichen müssen deshalb lange vor der eigentlichen Ausschreibung gestellt werden.

Lukas Barleben
Michael Löchert
Dr. Dennis Renee Metzler
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Grant Thornton in Deutschland auch in der diesjährigen Lünendonk-Liste® in den Top Ten

Juli 2026

Grant Thornton in Deutschland positioniert sich wie auch in den Jahren zuvor stabil in den Top Ten in der aktuellen Lünendonk®-Liste „Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“. Grundlage des Lünendonk-Rankings bildet das vergangene Geschäftsjahr, in dem Grant Thornton in Deutschland einen Umsatz von 264 Mio. Euro verzeichnete.