Aktuelle Themen

Grunderwerbsteuer nach dem EuGH-Urteil Nova Iberomoldes

EuGH-Urteil

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 4. Juni 2026 (C-837/24) entschieden, dass die EU-Kapitalansammlungsrichtlinie (2008/7/EG vom 12.2.2008) einer Steuer entgegensteht, die die Einbringung von Anteilen an grundbesitzenden Gesellschaften in eine Kapitalgesellschaft belastet. Die Bundesregierung sieht darin ausweislich ihrer Antwort vom 12. August 2026 (BT-Drs. 21/7608) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7409) „keine unmittelbaren Auswirkungen auf die deutsche Grunderwerbsteuer“. Das österreichische BMF hat dagegen bereits reagiert. Der Beitrag stellt beide Verwaltungspositionen dem Urteil gegenüber, zeigt, welche Erwerbsvorgänge nach § 1 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) unionsrechtlich angreifbar sind – und was Erwerber jetzt tun müssen, um ihre Bescheide offenzuhalten.

Dr. Martin Weiss
Dr. Henrik Sundheimer
| Lesezeit 13 Min. |

Wärmenetzpaket 2026: Diese Änderungen kommen auf Wärmeversorger zu

Energie & Wärmeversorgung

Mit dem am 26. August 2026 im Bundeskabinett beschlossenen Wärmenetzpaket will die Bundesregierung den Rechtsrahmen für die Fernwärmeversorgung grundlegend weiterentwickeln. Die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV) und die Fernwärme- oder Fernkälte-Verbrauchserfassungs- und Abrechnungsverordnung (FFVAV) sollen in einem neuen Wärmenetzgesetz zusammengeführt werden. Gleichzeitig ist eine Anpassung der Wärmelieferverordnung (WärmeLV) geplant. Ziel ist es, Investitionen in die Dekarbonisierung von Wärmenetzen zu erleichtern und zugleich Verbraucherrechte sowie die Preistransparenz zu stärken.

Sarah Bohne
Leon Hemker
Yihan Jiang
| Lesezeit 4 Min. |

BFH-Urteil: Verlustverrechnung bei gewerblicher Tierzucht (§ 15 Abs. 4 EStG)

BFH Insight - wöchentlich. relevant. präzise.

Das Einkommensteuerrecht kennt zahlreiche „Verlustschedulen“, die den vertikalen Verlustausgleich erschweren und im Extremfall ganz versperren. Die älteste von ihnen betrifft die gewerbliche Tierzucht und Tierhaltung (§ 15 Abs. 4 Satz 1 und 2 EStG). Nachdem das BVerfG die Mindestgewinnbesteuerung gebilligt hat (Beschluss v. 23.7.2025 – 2 BvL 19/14, DStR 2025, 2000), hat der VI. Senat des BFH mit Urteil vom 11.6.2026 (VI R 29/24) auch diese Beschränkung für verfassungsgemäß erklärt – und zwar selbst dann, wenn die Verluste infolge der zeitlichen Streckung des Verlustvortrags endgültig verfallen („Definitiveffekt“). Für die Beratung verlagert sich der Schwerpunkt damit endgültig auf die Qualifikations- und Feststellungsebene.

| Lesezeit 8 Min. |

Process Mining in der öffentlichen Verwaltung: Datenbasierte Transparenz für wirksame Prozesssteuerung

Digitalisierung im öffentlichen Sektor

Kommunen, Landesbehörden und andere öffentliche Institutionen wickeln ihre Verwaltungsprozesse zunehmend digital über Fachverfahren ab und erzeugen dabei fortlaufend wertvolle Prozessdaten. Process Mining macht diese Datenspuren sichtbar und nutzbar: Diese Methode rekonstruiert automatisiert, wie Bearbeitungsabläufe tatsächlich durchlaufen werden und zeigt Abweichungen zwischen dokumentierten Prozessen und gelebter Praxis auf. Auf Basis von Fall-IDs, Aktivitäten und Zeitstempeln werden Prozessvarianten, Engpässe und Optimierungspotenziale transparent. Gerade Verwaltungen mit begrenzten Ressourcen und komplexen Zuständigkeiten erhalten dadurch eine datenbasierte und nachvollziehbare Grundlage für gezielte Prozessverbesserungen.

| Lesezeit 3 Min. |

Modernes Anforderungsmanagement im Öffentlichen Sektor: Vom Lastenheft zur Produktvision

Digitalisierung, Agilität und Vergaberecht im Öffentlichen Sektor

Viele Organisationen des öffentlichen Sektors beschreiben ihre IT-Anforderungen bis heute in einem klassischen Lastenheft. Für Vorhaben mit klar umrissenem und im Vorfeld vollständig definierbarem Leistungsumfang ist das weiterhin ein bewährtes Instrument. Sobald jedoch Software iterativ entwickelt oder eingeführt wird und sich fachliche Anforderungen erst im Projektverlauf konkretisieren, stößt auch ein vollständig ausformuliertes Lastenheft an seine Grenzen. Modernes Anforderungsmanagement verschiebt den Schwerpunkt deshalb von der einmaligen und abschließenden Spezifikation hin zu einer nutzerzentrierten Produktvision. Aus dieser lassen sich Anforderungen schrittweise, priorisiert und nachvollziehbar ableiten. So entsteht die notwendige Flexibilität, um komplexe Digitalisierungs- und Softwareprojekte erfolgreich umzusetzen.

Dr. Dennis Renee Metzler
Janek Stave
| Lesezeit 4 Min. |
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Grant Thornton in Deutschland besetzt die Rollen der CPO und der CDTO im Management-Team

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Grant Thornton in Deutschland auch in der diesjährigen Lünendonk-Liste® in den Top Ten

Juli 2026

Grant Thornton in Deutschland positioniert sich wie auch in den Jahren zuvor stabil in den Top Ten in der aktuellen Lünendonk®-Liste „Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“. Grundlage des Lünendonk-Rankings bildet das vergangene Geschäftsjahr, in dem Grant Thornton in Deutschland einen Umsatz von 264 Mio. Euro verzeichnete.